Nest(putz)trieb

Saubermachen in der Schwangerschaft

Dällikon, im August 2016 – Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft packt so manche Schwangere der sogenannten Nesttrieb: Schnell noch alles schön machen, bevor das Baby kommt. Dazu gehört auch das gründliche Saubermachen der Wohnung. Solange sich die Schwangere dabei gut fühlt und der Arzt keine Bedenken geäussert hat, können die meisten Haushaltstätigkeiten auch wie gewohnt verrichtet werden. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Schwangere sollten sich ein hohes Mass an Ruhe und Entspannung gönnen und einen Gang herunterschalten. Wer beispielsweise sein Zuhause bisher immer an einem Tag in der Woche von oben bis unten gereinigt hat, der kann die Aufgaben während der Schwangerschaft auch auf mehrere Tage verteilen – das spart Energie. Um sich zu schonen, können bestimmte Hausarbeiten auch im Sitzen verrichtet werden, wie zum Beispiel Bügeln oder Wäsche sortieren. Auch Erholungsphasen dürfen keinesfalls fehlen. Für die Haushaltsreinigung sollte daher ausreichend Zeit eingeplant werden. So ergeben sich zwischendurch kleine Lücken, die für eine kurze Pause genutzt werden können. In denen heisst es dann: Füsse hochlegen und entspannen.

In der gesamten Schwangerschaft gilt das Verbot, schwere Gegenstände zu heben und zu tragen. Das gilt bereits ab einem Gewicht von circa fünf Kilogramm. Denn das kann in einer frühen Phase der Schwangerschaft zu Rückenproblemen und zu einem späteren Zeitpunkt auch zu frühzeitigen Wehen führen. Den Korb mit nasser Wäsche sollte man daher am besten nicht ganz füllen und für den Wocheneinkauf lieber mehrmals laufen. Tätigkeiten, wie schwere Möbel im Kinderzimmer verrücken oder vollgepackte Kisten schleppen sind tabu. Das müssen andere erledigen. 

Vorsicht ist auch bei der Anwendung von chemischen Haushaltsreinigern geboten. Um möglichst wenig Dämpfe einzuatmen, gilt es, beim Gebrauch stets die Fenster zu öffnen und das Reinigungsmittel direkt auf den Putzlappen und nicht auf das zu reinigende Objekt zu sprühen. Ausserdem verhindern Putzhandschuhe den direkten Kontakt mit den Mitteln. Wer komplett auf Chemie verzichten möchte, greift zu einem Dampfreiniger, zum Beispiel von Kärcher, der nur mit Hilfe von Wasserdampf reinigt.

Mit fortschreitender Schwangerschaft ändert sich der Körperschwerpunkt und somit auch das Gleichgewichtsgefühl. Aus diesem Grund sollten Arbeiten im Haushalt, die das Steigen auf Stühle oder Leitern beinhalten, lieber delegiert werden, um Stürze zu vermeiden. Besonders hohe Fenster, beispielsweise im Wintergarten, lässt man daher lieber vom Partner putzen. Der kann sich dabei die Arbeit mit der Verlängerung für den Kärcher-Fenstersauger, leichter machen. In der Schwangerschaft gilt also grundsätzlich: Nicht überanstrengen und Aufgaben abgeben – auch wenn es der ein oder anderen schwer fällt.

     


Zu Urte Paassen: Die 50-Jährige hat nach dem Biologiestudium zur Hauswirtschaft gefunden. Sie ist dort geblieben und heute als Hauswirtschaftsmeisterin tätig. An der Hauswirtschaft fasziniert sie die Vielseitigkeit und das umfangreiche Wissen, das man zur Berufsausübung benötigt. Seit der abgeschlossenen Meisterprüfung gibt sie ihr Wissen mit viel Enthusiasmus an die Auszubildenden weiter. Im Jahr 2010 startete sie die Internetplattform „Wissen rund um die Hauswirtschaft“ (www.hauswirtschaft.info). Hier wird hauswirtschaftliches Wissen anschaulich dargestellt. Ein grosser Bereich ist der Reinigung und Pflege von Räumen gewidmet.