Mastercard Index of Women Entrepreneurs (MIWE) 2017:
Nur ein Viertel der Schweizer Unternehmer sind weiblich – trotz guter Bedingungen

Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs zeigt, in welchen Ländern von Frauen geführte Firmen sich am besten entwickeln

Zürich, 7. März 2017 – Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs (MIWE) untersucht anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März die Fortschritte und Leistungen von Frauen in der Arbeitswelt und zeigt auf, welche Faktoren und Rahmenbedingungen am effektivsten sind, um den „Gender Gap“ unter den Unternehmern zu schliessen. Anhand von 12 Indikatoren und 25 Sub-Indikatoren wurden 54 Märkte untersucht, um Unterschiede hinsichtlich der Auswirkung von Frauenförderung, Wissenskapital und Zugang zu finanziellen Ressourcen und Unterstützung unternehmerischer Faktoren aufzuzeigen.

Für die Auswertung wurde für jedes Land ein Index-Score erstellt. In Märkten mit hohen Scores machen Frauen eher Fortschritte als Unternehmerinnen, der Zugang zu finanziellen Services und Ausbildung ist gewährleistet, kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) werden stärker unterstützt und es herrschen gute Bedingungen für Unternehmen. Länder mit hoch entwickelter Wirtschaft führen den Index an. An der Spitze steht Neuseeland (74.4) gefolgt von Kanada (72.4) und den USA (69.9). Diese Märkte bieten die besten Bedingungen für die Förderung von Unternehmen, die von Frauen geführt werden. Dazu gehört ein stabiles Umfeld aus KMUs, gesellschaftliche Stabilität und ungehinderte geschäftliche Aktivität. Die Schweiz folgt ebenfalls im oberen Drittel auf Rang 16, mit einem Index-Score von 66.4.

Top 10 der Märkte mit den besten Bedingungen und den meisten Chancen für den Erfolg weiblich geführter Unternehmen:

1. Neuseeland – 74.4 6. Belgien – 69.0
2. Kanada – 72.4 7. Australien – 68.5
3. USA – 69.9 8. Philippinen – 68.4
4. Schweden – 69.6 9. Grossbritannien – 67.9
5. Singapur – 69.5 10. Thailand – 67.5

Überraschend ist hingegen, dass die Märkte mit dem höchsten Index-Score nicht zwingend auch den grössten Anteil an von Frauen geführten Unternehmen aufweisen. Auf den Top-Positionen befinden sich unter anderem Uganda (34.8 %), Bangladesch (31.6 %) und Vietnam (31.4 %). In diesen Märkten gründen Frauen oft aus der Not heraus ein Unternehmen, nicht rein basierend auf einer guten Geschäftsidee. Die Schweiz rangiert im Ranking erst auf Platz 25. Mit 25.8 % sind etwas mehr als ein Viertel der Schweizer Unternehmer weiblich.

Anteil der Unternehmensinhaberinnen an der Gesamtzahl der Unternehmer– die Top 10 der Länder:

1. Uganda – 34.8 % 6. Bangladesch – 31.6 %
2. Botswana – 34.6 % 7. Vietnam – 31.4 %
3. Neuseeland – 33.3 % 8. China – 30.9 %
4. Russland – 32.6 % 9. Spanien – 30.8 %
5. Österreich – 32.4 % 10. USA – 30.7 %

Der Index legt den Schluss nahe, dass Länder mit guten Bedingungen eher Unternehmerinnen hervorbringen, die ihre Pläne auf Chancen aufbauen, während Unternehmerinnen in Ländern mit weniger günstigen Bedingungen dazu tendieren, ihre Projekte aus einer Notsituation heraus zu verwirklichen.

„Unsere Studie zeigt, dass Frauen besser in der Lage sind, ihr volles Potenzial zu erkennen, ihre Ziele zu erreichen und letztendlich mehr integratives Wachstum zu generieren, wenn sie leichteren Zugang zu relevanten Netzwerken haben. Wir haben die Möglichkeit, kulturelle und organisatorische Themen anzusprechen und weibliche Führungskräfte noch stärker zu unterstützen“, sagt Ann Cairns, President, International Markets, Mastercard.

„Das Auftreten ambitionierter, tatkräftiger Frauen sollte als wesentlicher wirtschaftlicher Erfolgsfaktor gesehen werden. Während die Gesellschaft vorhandene kulturell bedingte Vorurteile angehen muss, werden wir unseren Teil dazu beisteuern, die Bedingungen zu schaffen, die das Fundament persönlicher und wirtschaftlicher Entfaltung stärken und verbreitern“, sagt Martina Hund-Mejean, Chief Financial Officer von Mastercard.

Weitere Ergebnisse

Innerhalb des MIWE wurde zudem untersucht, welche Faktoren Unternehmerinnen fördern oder behindern:

  • In Entwicklungsländern treibt Frauen vor allem Mut und Einsatz an, ein Unternehmen zu gründen. In diesen Volkswirtschaften bauen Frauen Geschäftsmodelle auf, die nicht in erster Linie auf Wissen oder Innovation beruhen.
  • Um als Unternehmerinnen langfristig erfolgreich zu sein, benötigen sie jedoch nicht nur Mut und Einsatz, sondern Zugang zu Finanzierungsquellen und -dienstleistungen, geringe bürokratische Auflagen, ausreichende KMU-Fördermassnahmen und gut organisierte Behörden als Ansprechpartner – Bedingungen, wie sie unter anderem in den Top 5 des Indizes, Neuseeland (74.4), Kanada (72.4), den USA (69.9), Schweden (69.6) und Singapur (69.5), vorzufinden sind.
  • Interessant ist, dass in den Philippinen (68.4, Rang 8), Peru (64.3, Rang 23), Malaysia (63.9, Rang 25), China (61.3, Rang 31) und Mexiko (59.1, Rang 40), wo die Förderbedingungen nicht so günstig sind, eine hochdynamische und sehr lebendige Unternehmerlandschaft existiert. Hier werden Business-Chancen oft schnell erkannt und der Status erfolgreicher Unternehmerinnen und Unternehmer geniesst hohes Ansehen. Unternehmerinnen lassen sich in diesem Umfeld oft von einem starken Erfolgswillen leiten.
  • Die niedrigen Platzierungen von Ländern wie Indien (41.7, Rang 49), Saudi-Arabien (37.2, Rang 52) und Ägypten (34.0, Rang 53) lassen vermuten, dass kulturell bedingte Vorurteile Frauen davon abhalten, in Führungspositionen aufzusteigen und unternehmerische Chancen zu nutzen.
  • Zu den grössten Hindernissen, die Frauen am Unternehmertum hindern, gehören laut der Studie fehlende Finanzierung oder fehlendes Beteiligungskapital, behördliche Auflagen und institutionelle Ineffizienz, Mangel an Selbstvertrauen und Unternehmergeist, Angst vor Scheitern, soziokulturelle Einschränkungen sowie ungenügende Qualifikation und Bildung. In fast allen der beteiligten 54 Länder hemmt zumindest eine dieser Einschränkungen den Fortschritt von Frauen als Unternehmerinnen.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie finden Sie hier: Mastercard Index of Women Entrepreneurs



Über den Mastercard Index of Women Entrepreneurs
Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs bildet die Möglichkeiten von Frauen ab, Chancen für ihre Geschäftsmodelle zu nutzen, die sich durch günstige Bedingungen innerhalb des jeweiligen lokalen Umfeldes ergeben. Der Wert ist die gewichtete Summe aus drei Komponenten:


  1. Auswirkung von Frauenförderung – Niveau der Voreingenommenheit gegen Frauen als wirtschaftlich Handelnde, als Führungskräfte in Politik und Unternehmen sowie Finanzkraft und unternehmerische Neigungen von Frauen
  2. Wissenskapital und Zugang zu finanziellen Ressourcen – Niveau des Zugangs, den Frauen zu grundlegenden Finanzierungsmöglichkeiten haben, fortgeschrittenes Wissenskapital und KMU-Förderung
  3. Unterstützende unternehmerischer Faktoren– allgemeine Wahrnehmung der lokalen Rahmenbedingungen, unter denen Frauen wirtschaftlich tätig sein können, Niveau der behördlichen Verwaltung, weibliche Wahrnehmung des Sicherheitsniveaus und kulturell bedingte Wahrnehmung des Beitrags von Frauen zum Haushaltseinkommen


Es wurden 54 Märkte aus der Region Asien und Pazifik, dem Nahen Osten und Afrika, Nordamerika, Lateinamerika und Europa anhand von 12 Indikatoren und 25 Subindikatoren verglichen – damit werden 78.6 % der weltweiten weiblichen Arbeitskräfte erfasst.


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