Mastercard

07.03.2018

Mastercard Index of Women Entrepreneurs: Weltweites Länderranking vergleicht die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen

Studienergebnisse stellen ungleiche Bedingungen für Unternehmerinnen weltweit fest und sind ein Aufruf zum Handeln – die Schweiz befindet sich mit Platz 17 im oberen Drittel

Singapur/Zürich, 7. März 2018 – Unternehmerinnen haben in weiter entwickelten Volkswirtschaften grösseren Erfolg, wie die Ergebnisse der zweiten Ausgabe des Mastercard Index of Women Entrepreneurs (MIWE) zeigen. Im Vergleich zu den Schwellenländern können Unternehmerinnen in entwickelten Ländern auf einen grösseren Pool an Ressourcen und Möglichkeiten zurückgreifen, einschliesslich des Zugangs zu Kapital, Finanzdienstleistungen und akademischen Programmen. 

Insgesamt weist der Index darauf hin, dass angehende und etablierte Unternehmerinnen auf der ganzen Welt weiterhin Fortschritte machen – trotz geschlechtsspezifischer kultureller Vorurteile, die Unternehmerinnen erheblich daran hindern können ihr Geschäft voranzubringen.

Der MIWE von Mastercard wertet Chancen und Leistungen von Unternehmerinnen über fünf Regionen aus – Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Naher Osten und Afrika sowie Nordamerika.

„Unternehmerinnen haben bemerkenswerte Fortschritte auf der ganzen Welt gemacht, auch darin, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Wir glauben, dass wir Frauen in ihrem Bestreben, erfolgreich Unternehmen zu leiten und ein reicheres, erfüllteres Leben zu führen, weiter unterstützen und befähigen können, indem wir auf ihre Bemühungen aufmerksam machen“, sagt Martina Hund-Mejean, Chief Financial Officer von Mastercard.

In dem weltweiten Ranking listete Mastercard 57 Volkswirtschaften auf; die Schweiz besetzt mit 65,7 Punkten Platz 17 und ist damit im oberen Drittel angesiedelt. Die besten Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen bieten Neuseeland mit 74,2 Punkten, gefolgt von Schweden mit 71,3 Punkten und Kanada (70,9 Punkte).

Im europäischen Vergleich erhalten neben Schweden zudem Portugal auf Platz 6 (69,1 Punkte), Belgien auf Platz 8 (68,7 Punkte) und Grossbritannien auf Platz 10 (67,9 Punkte) gute Bewertungen, dicht gefolgt von Spanien auf Platz 11 (67,5 Punkte). Bessere Voraussetzungen für Unternehmerinnen als in der Schweiz schafft laut des Indexes auch Dänemark auf Platz 13 (67,4 Punkte). Polen folgt zwei Plätze hinter der Schweiz mit 65,4 Punkten. Deutschland belegt Platz 23 mit 64,1 Punkten und Italien erhält nur einen Score von 57,9 Punkten. Von allen ausgewerteten Märkten landet Bangladesch mit 35,1 Punkten auf dem letzten Platz.


Mastercard Index of Women Entrepreneurs – Top-10-Märkte mit den besten Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen

1. Neuseeland – 74,2

2. Schweden – 71,3

3. Kanada – 70,9

4. USA – 70,8

5. Singapur – 69,2

6. Portugal – 69,1

7. Australien – 68,9

8. Belgien – 68,7

9. Philippinen – 68,0

10. Grossbritannien – 67,9


Der Index weist darauf hin, dass auch in entwickelten Märkten mit starken Rahmenbedingungen kulturelle Vorurteile gegenüber weiblichem Unternehmertum existieren. In Neuseeland zeigten die Ergebnisse zum Beispiel, dass die Gesellschaft weniger offen für weibliche Entrepreneure ist. Trotz dieser Umstände sind Unternehmerinnen in Neuseeland über die Herausforderung hinausgewachsen und haben ihren Markt an die Spitze gebracht – und das zum zweiten Mal in Folge.

Die Auswertungen der Studie von Mastercard zeigen auch, dass die Möglichkeiten für Unternehmerinnen nicht unbedingt von der Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung eines Marktes abhängig sind. Ghana hat den höchsten Anteil unternehmerischer Frauen weltweit. In dem westafrikanischen Land sind mehr als die Hälfte der Unternehmer Frauen (46,4%). In Russland machen weibliche Unternehmerinnen mehr als ein Drittel der Geschäftstreibenden aus (34,6%) und Uganda folgt auf Platz drei der Liste (33,8%).

Neben zum Index neu hinzugefügten Märkten wie Ghana, Malawi und Nigeria, weisen Schwellenländer wie Uganda und Vietnam im Vergleich zu weiterentwickelten Ländern eine höhere Quote an Unternehmerinnen auf. Frauen in diesen Märkten sind oft notgedrungen unternehmerisch tätig, um ihren Lebensunterhalt zu sichern – trotz des Mangels an finanziellem Kapital und fehlendem Zugang zu entsprechenden Dienstleistungen.

Die Schweiz schneidet mit einem Frauenanteil von 25,5% durchschnittlich ab, hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessert. Im europäischen Vergleich können Polen (30,3%), Spanien (29,4%), Portugal (28,7%) und Ungarn (28,1%) höhere Anteile an Unternehmerinnen vermelden. Italien (25,7%), Belgien (25,5%), Deutschland (25,3%), Grossbritannien (25%) und Frankreich (24,6%) haben einen ähnlichen Anteil von Unternehmerinnen wie die Schweiz.


Anteil von Unternehmerinnen in Prozent im Vergleich zur Gesamtheit aller Geschäftseigentümer – Top-10-Märkte

1. Ghana – 46.4%

2. Russland – 34.6%

3. Uganda – 33.8%

4. Neuseeland– 33.0%

5. Australien – 32.1%

6. Vietnam – 31.3%

7. Polen – 30.3%

8. Spanien – 29.4%

9. Rumänien – 28.9%

10. Portugal – 28.7%


„Vor dem Internationalen Frauentag hoffen wir, dass die Ergebnisse der Studie Regierungen und Organisationen rechtzeitig daran erinnern können, die Unterstützung für angehende und bestehende Unternehmerinnen in allen Bereichen zu verstärken, von einer stärkeren finanziellen Inklusion bis hin zu einem breiteren Zugang zu Bildung“, sagt Ann Cairns, President, International Markets, Mastercard.

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie:

  • Wovon profitieren erfolgreiche Unternehmen? Notwendig sind ein guter Zugang zu Finanzdienstleistungen und -produkten, Möglichkeiten einfacher Geschäftsabwicklung, starke Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen sowie standardisierte Rahmenbedingungen. Die fünf bestplatzierten Nationen Neuseeland (74,2 Punkte), Schweden (71,3 Punkte), Kanada (70,9 Punkte), die Vereinigten Staaten (70,8 Punkte) und Singapur (69,2 Punkte) weisen diese Faktoren auf.
  • Unternehmertum stellt eine Chance für Frauen dar. In Märkten wie den Philippinen (68 Punkte, Platz 9), Botswana (66,5 Punkte, Platz 14), Thailand (65,8 Punkte, Platz 15), Polen (65,4 Punkte, Platz 19) und Costa Rica (65,0 Punkte, Platz 20) wird dies ersichtlich. Auch wenn die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen in diesen Märkten nicht so günstig sind wie in Industrieländern, sind Frauen als Führungskräfte und Fachpersonal stark vertreten. Sie sind Teil eines lebendigen, lokalen Unternehmertums und erfahren eine hohe Wertschätzung als Unternehmerinnen.
  • Südkorea verzeichnet die stärkste Verbesserung des Indexwertes (von 53,2 zu 57,2 Punkten, Platz 44). Der Anteil weiblicher unternehmerischer Aktivitäten ist hier gestiegen. Die positive Wahrnehmung von Frauen als erfolgreiche, weibliche Führungskräfte und die Einrichtung einer Task Force für Geschlechtergleichheit könnten das Wachstum der koreanischen Unternehmenslandschaft beflügelt haben.
  • Ein Zuwachs an Unternehmerinnen wird durch ein oder mehrere Hindernisse in fast allen der 57 untersuchten Volkswirtschaften gebremst. Diese Hürden werden grösstenteils durch Gender Bias verursacht. Sie tragen zu geringerer sozialer und kultureller Akzeptanz, mangelndem Selbstvertrauen und fehlendem Zugang zu finanziellen Mitteln oder Risikokapital bei Frauen bei.
  • Tatsächlich kann ein Mangel an Selbstvertrauen Frauen davon abhalten eigene Unternehmen zu gründen. In Märkten wie Belgien (25,5%, Platz 22), Deutschland (25,3%, Platz 24) und Grossbritannien (25,0%, Platz 27) ist der Anteil weiblicher Unternehmerinnen am Markt geringer als erwartet, obwohl sie über effiziente Regulierungen und gute Zugänge zu Ressourcen verfügen.
  • Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. In Märkten, in denen der Lebensunterhalt von selbstständiger Erwerbstätigkeit abhängt, wie etwa in Indonesien (62,4 Punkte, Platz 30), Ghana (61,5 Punkte, Platz 33), Brasilien (61,1 Punkte, Platz 35), Mexiko (60,2 Punkte, Platz 38), Uganda (57,6 Punkte, Platz 43) und Nigeria (56,4 Punkte, Platz 45), sind Frauen ebenso wie Männer unternehmerisch tätig. Dies sind eher informelle und weniger technologieintensive Kleinunternehmen.  
  • Obwohl die Märkte im Nahen Osten und in Afrika wie die Vereinigten Arabischen Emirate (49,5 Punkte, Platz 49), Tunesien (45,2 Punkte, Platz 51) und Saudi-Arabien (39,3 Punkte, Platz 54) die niedrigsten Werte im Index erreicht haben, weisen sie mit 37% auch die höchsten durchschnittlichen Wachstumsquoten bei Frauen auf. Mehr als die Hälfte der Unternehmerinnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Tunesien gehen davon aus, dass sie in den nächsten fünf Jahren sechs oder mehr Mitarbeiter einstellen werden. Bei Frauen in Saudi-Arabien ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Unternehmen ausbauen wollen, höher als bei Männern.  


Den vollständigen Bericht zum Download als PDF finden Sie unter diesem Link: bit.ly/2oWgETJ

Video: Ann Cairns über die Wichtigkeit integrative Unternehmen zu schaffen und warum die Befähigung und Unterstützung von Frauen und Mädchen ein Muss ist für eine bessere Gesellschaft und das Wachstum unserer Wirtschaften: bit.ly/2DbcnRf



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Methodologie
Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs bildet ab, inwieweit Unternehmerinnen Chancen nutzen können, die sich durch verschiedene Arten von Förderung in ihrem lokalen Umfeld ergeben. Diese setzen sich aus drei Komponenten zusammen: 1) Women's Advancement Outcomes (Grad der Voreingenommenheit gegenüber Frauen als Arbeitnehmerinnen, politischen und wirtschaftlichen Führungskräften sowie deren finanziellen Stärke und Unternehmergeist), 2) Knowledge Assets und Financial Assets (Grad des Zugangs von Frauen zu grundlegenden Finanzdienstleistungen), 3) Supporting Entrepreneurial Conditions (allgemeine Wahrnehmung, wie leicht man in dem jeweiligen Markt unternehmerisch tätig sein kann, wie es um die Qualität lokaler, standardisierter Verwaltungsstrukturen bestellt ist, wie sicher sich Frauen fühlen und wie kulturelle Aspekte den finanziellen Einfluss von Frauen in Haushalten bestimmen).
Der Index verwendet zwölf Indikatoren und 25 Subindikatoren. Er untersucht, wie sich 57 Volkswirtschaften in den Regionen Asien-Pazifik, Europa, Naher Osten und Afrika, Nordamerika, und Europa, die 78,6% der weiblichen Erwerbsbevölkerung weltweit ausmachen, sich in den drei oben genannten Komponenten unterscheiden.


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