Mastercard

09. Januar 2018

2018 ist das Jahr, in dem sie Ihr Portemonnaie auch am Handgelenk tragen können – von Arne Pache

Kein klimperndes Kleingeld mehr in Ihrer Hosentasche, kein wildes Suchen mehr nach der Plastikkarte und keine unansehnlichen Falten mehr in der Hose – schon 2018 könnten herkömmliche Portemonnaies der Vergangenheit angehören, da die Welt Wearables für sich entdeckt.

Wearables – deren Nutzen einst auf einfache Aufgaben wie das Zählen von Schritten oder Herzschlägen beschränkt war – erleben einen Aufschwung: Denn mit ihnen lässt sich nun auch bezahlen. Prognosen besagen, dass in 62 Prozent der Wearables im Jahr 2020 eine Bezahlfunktion integriert sein wird. 2016 beliefen sich die weltweiten Umsätze durch Smart Wearables bereits auf 15,8 Milliarden Schweizer Franken – mit Aussicht auf noch stärkeres Wachstum und Nutzung der Bezahlfunktion.

Einer der grössten Absatzsprünge im europäischen Wearables-Markt war 2016 in Grossbritannien zu beobachten. Dort wurden 13 Millionen Geräte verkauft – eine Steigerung um 45 Prozent.


Vertrauen in kontaktloses Bezahlen

Es sind auch die Bekanntheit, der Komfort und das Vertrauen in das kontaktlose Bezahlen, die das Wachstum des Wearables-Marktes unterstützen. Am Ende des dritten Quartals 2017 stiegen die kontaktlosen Transaktionen in Europa um 119 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Schweiz lag der Anstieg ähnlich hoch bei 116 Prozent.

Das Volumen mobiler Zahlungen in den europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Niederlande, Schweden und Spanien lag Ende 2015 bei 50,5 Milliarden Schweizer Franken und soll sich in den nächsten fünf Jahren auf 143,6 Milliarden Schweizer Franken verdreifachen.

2015 wurden in Grossbritannien 32,7 Milliarden Schweizer Franken mit kontaktlosen Bezahlvorgängen ausgegeben – 2017 wurde etwa derselbe Betrag (30,4 Milliarden) in nur sechs Monaten kontaktlos gezahlt. Das verdeutlicht, wie schnell kontaktloses Bezahlen in Europa angenommen wird.

Insbesondere Städte entdecken im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs die Vorteile des schnellen und sicheren Bezahlens – und Wearables machen das sogar einfacher denn je. Sicherlich auch deswegen stieg die Nachfrage nach Wearables in Westeuropa von Januar bis Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent.

Da besonders schnelle Bezahlvorgänge ein wichtiger Faktor sind, stehen die Wearables jetzt kurz vor ihrem Durchbruch zum Massenphänomen dank immer besseren und sichereren Lösungen. In der Schweiz dürfte sich die Nachfrage erneut beschleunigen, da seit einigen Wochen die Payment Funktionen der neuen Fitnessuhren von Garmin und Fitbit verfügbar sind.


Tokenisierung schafft Sicherheit

Das Verschlüsselungssystem von Mastercard, die sogenannte Tokenisierung, macht Bezahlvorgänge mit Wearables sicherer. Es garantiert, dass die 16-stellige Kartennummer nicht auf dem Wearable selbst gespeichert wird. Stattdessen wird für jedes Gerät eine einmalige Kombination aus Kartennummer und Gerät, ein sogenannter „Token“, vergeben. Auf diese Weise wird das Sicherheitsniveau physischer Kartenchips in ähnlicher Form auf digitale Bezahlvorgänge übertragen.

Ermöglicht wird dieses Sicherheitssystem durch den Mastercard Digital Enablement Service (MDES). Der Nutzer gibt einmalig seine Kredit- oder Debitkartennummer in sein Telefon ein. Diese wird dann mittels eines Einmalkennworts, das an das Telefon gesendet wird, von der Bank geprüft. Der Nutzer gibt diesen Code ein und Mastercard überprüft diesen erneut, bevor schliesslich ein Token für genau dieses Smart Device zur Verfügung gestellt wird. Da bei diesem Verfahren für jedes Gerät ein neuer Token erstellt wird, kann ein verloren gegangenes Zahlungsgadget ganz einfach gelöscht werden, ohne dass andere Geräte davon betroffen sind und die Karte ausgetauscht werden muss.

Diese Verschlüsselung, bringt zudem ein zusätzliches Level an Sicherheit, da die eigentliche Kreditkartennummer selbst während der Zahlung an einem Terminal im Handel verborgen bleibt.

Die Sicherheit der Bezahlvorgänge wird durch die Nutzung eines Passworts, einer PIN oder des Fingerabdrucks gewährleistet, die bereits auf dem verknüpften Smartphone verwendet werden. Allerdings nutzen manche Geräte, wie z.B. die Apple Watch, eine dauerhafte Identifikation. Das Wearable ist damit nach einmaliger Eingabe des Codes solange für eine Zahlung bereit, bis es erkennt, dass es vom Handgelenk abgenommen wurde.

Die Sicherheit von Bezahlvorgängen geht aber über die Funktionen einzelner Geräte hinaus. Noch ein weiteres Sicherheitslevel an zusätzlicher Absicherung bringt das Zero Liability Prinzip für Inhaber von Mastercards, durch das sie im Betrugsfall nicht für entsprechende Transaktionen haften, soweit keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt.


Neuerungen im Wearables-Segment

All das schafft enormes Vertrauen der Nutzer in Sicherheit und Komfort dieser neuen und innovativen Wearables und ermöglichen das Wachstum der Branche in rasantem Tempo – von Smartwatches mit Android Pay, Apple Pay oder Samsung Pay bis hin zu solchen mit einem Fokus auf Fitness wie Garmin Pay oder Fitbit Pay und sogar smarter Schmuck. Kerv, ein Hersteller entsprechender Ringe, hat einen Ring für kontaktloses Bezahlen entwickelt.

Allein in den letzten zwei Monaten wurden Fitbit Pay und Garmin Pay für Mastercardinhaber diverser Kartenherausgeber in weiteren zehn europäischen Ländern eingeführt. Und das ist erst der Anfang: Mit Hilfe der Tokenisierung lassen sich potenziell alle Arten von Geräten zu sicheren Bezahlplattformen machen – Autos, Fernseher oder sogar Kühlschränke. Mastercard arbeitet auch mit Herstellern von Uhren-, Schmuck- und Fitnessmarken zusammen, um in Zukunft weitere Smart Devices mit einer Bezahlfunktion auszustatten. Die Geräte gibt es in unterschiedlichsten Preiskategorien, sodass für jeden etwas dabei ist.

Sophie Charara, Expertin beim Magazin „Wareable“ in Grossbritannien, bewertet den Markt so: „Besitzer von Smartwatches und Fitness-Trackern gehen eine immer stärkere psychologische Bindung zu ihren Wearables ein und lassen sie viel seltener unbeachtet in der Schublade liegen als noch vor ein paar Jahren. Das kontaktlose Bezahlen ist eine der Alltagsfunktionen, die wirklich dazu beigetragen hat, diese Bindung zu verstärken. Die Möglichkeit, nur auf sein Handgelenk zu tippen, um mit der U-Bahn zu fahren oder seinen Snack zu bezahlen, kann zum entscheidenden Kaufargument werden – sowohl für Einzelzweckgeräte wie Laufarmbänder und ‚intelligenten Schmuck‘ als auch für universell nutzbare Premium-Smartwatches.“


Werden unsere Hosentaschen bald überflüssig?

In Zukunft werden immer mehr Gegenstände über eine Bezahlfunktion verfügen. Einige Unternehmen arbeiten schon heute am nächsten Schritt: Levi’s und Jacquard by Google haben die sogenannte „Commuter Trucker Jacket“ präsentiert, in deren Ärmel eine kontaktlose Bezahlfunktion integriert ist. Und wenn sich das Bezahlen schon bald mit der Jacke selbst erledigen lässt, wofür brauchen wir dann noch unsere Taschen?

All das wird uns künftig noch weiter beschäftigen. Dazu habe ich auch mit dem deutschsprachigen Wearable-Experten Rudolf Linsenbarth vom IT Finanzmagazin gesprochen:


IT Finanzmagazin: Wann sehen wir denn die ersten neuen Wearables 2018?

Arne Pache: Im März findet die „Baselworld“, die bedeutendste Uhrenmesse der Welt, statt. Dies ist immer ein guter Zeitpunkt um solche Produktinnovationen zu präsentieren. Wir sind mit vielen bedeutenden Uhrenherstellern im Gespräch und fast alle haben das Thema Payment jetzt auf der Agenda.

IT Finanzmagazin: Wie gelingt es, eine so grosse Anzahl von Anbietern gleichzeitig an Bord zu bringen? Beim Mobile Payment dauerte der Zertifizierungsprozess fast immer ein ganzes Jahr.

Arne Pache: Hierbei helfen uns Standardisierung und Konzentratoren. Mit Tokenisation haben wir nun einen Prozess, der es den Banken erlaubt, ihre Karten einfach und schnell für neue Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Damit die entsprechenden Token Requestor, also Geräte bei denen die Kartendaten abgelegt werden, einfach integriert werden können, gibt es nun sogenannte Konzentratoren. Die Firma FitPay etwa ist ein solcher Konzentrator. Das bedeutet nicht jeder einzelne Hersteller eines Wearables muss sich einzeln für das Programm zertifizieren. Wir reduzieren hier die Aufwände im erheblichen Umfang. FITPAY, die unter anderem Garmin-Devices mit Payment ausstatten, ist ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt. Wir werden aber auch weiterhin Hersteller wie z.B. Fitbit direkt integrieren, das hängt immer von der jeweiligen Konstellation ab.

IT Finanzmagazin Wie kommen Banken und Uhrenhersteller jetzt zusammen.

Arne Pache: Alle Banken, die auf MDES von Mastercard setzen können ohne technische Anpassung ihres Backend Prozesses sofort loslegen. Das heisst ihnen stehen alle Wearables zur Verfügung, die sich bereits bei Mastercard zertifiziert haben und sie entscheiden aber, welche sie für ihre Kunden freischalten möchten. Das Aufwändigste ist für sie dann nur noch, gegebenenfalls gemeinsame Marketingmassnahmen mit dem Hersteller abzustimmen.

IT Finanzmagazin: In welchen Ländern Europas gibt es bereits Kooperationen zwischen Fitbit und oder Garmin?

Arne Pache: Das ist schon heute eine lange Liste: Grossbritannien, die Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Polen, Spanien, Irland, Italien und Russland. Die Entwicklung schreitet hier schnell voran und in 2018 werden noch einige dazu kommen.

IT Finanzmagazin: Auch Deutschland?

Arne Pache: Ich gehe davon aus, dass Deutschland dieses Jahr ebenfalls am Start ist. Deutsche Banken zeigen definitiv Interesse und viele haben schon eine Anbindung an unser MDES-System.

IT Finanzmagazin: Wie wird das Bezahlen mit einer Smartwatch funktionieren? Ist die Benutzerführung genauso wie bei Apple Pay auf der Apple Watch.

Arne Pache: Absolut! Der Kunde gibt beim Anlegen der Uhr einen Code ein und der ist 24 Stunden gültig oder bis die Uhr vom Arm genommen wird. Genau wie bei der Apple Watch erkennt das Wearable ob noch eine Verbindung zum Handgelenk besteht. Wir sprechen hier von der sogenannten „Persistent Authentification“. Der Kunde muss sich nur einmal authentifizieren und dann am Terminal auch keine weitere PIN mehr eingeben. Damit ist dieses Verfahren auch 100% PSD2 kompatibel.

IT Finanzmagazin: Wenn hier die Vorteile so deutlich überwiegen, werden passive Lösungen wie von Watch2Pay oder die bisherige Swatch-Lösung vom Markt verschwinden?

Arne Pache: Nein auch hier gibt es Weiterentwicklungen. Wir werden Tokenisierung auch für passive Elemente zur Verfügung stellen. Und der Ablauf einer Kreditkarte soll künftig nicht die Payment-Funktion der Uhr unbrauchbar machen. Der Markt verlangt nach solchen Lösungen. Die Hersteller von hochwertigen mechanischen Uhren wollen ihren Kunden auch zukunftsträchtige Lösungen anbieten, und dabei weiter auf die Werte setzen, weshalb ihre Produkte gekauft werden. Eine Lösung sind da sogenannte Retrofits z.B. über den Austausch des Armbands bei klassischen Modelle, wodurch die schon beim Kunden vorhandenen Uhren „aufgerüstet“ werden. Da wird es in Zukunft eine grosse Vielfalt an Lösungen geben.

 Arne Pache, Vice President, Head of Digital Payments & Labs Central Europe, Mastercard

​ Rudolf Linsenbarth, Wearables-Experte und Redakteur, IT Finanzmagazin 



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